Praxis der Appmusik

Matthias Krebs | 14. Juli 2015

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  • Künstler
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Möglichkeiten

Mit über 40.000 Musikapps bieten sich vielfältige Möglichkeiten zum Musikmachen. Apps werden dabei zum Synthesizer, virtuellen Instrument oder zum Musikstudio. Genutzt werden sie, zum Remixen, Beats programmieren, Musikvideos erstellen oder um Geräusche zu verfremden. Und das alles allein oder gemeinsam; als klassisches Ensemble oder Band.

Appmusik_Taxonomie_Matthias Krebs

Durch eine intuitive Bedienung und direkte Steuerung per Touchscreen haben Apps einen hohen Aufforderungscharakter. Somit können auch Kinder und Jugendliche schnell zum kreativen und künstlerischen Umgang mit Musik motiviert werden, die wenig Erfahrung im aktiven Musikmachen haben. Durch das selbst- ständige künstlerische Gestalten gelangen sie insgesamt von der Konsumentenrolle in die des kreativen Schöpfers.


Künstler

Die Musikszene befasst sich bereits seit einigen Jahren den Möglichkeiten von Musikapps.

So produzierte die Comic-Band Gorillaz ihr Touralbum The Fall (2010) ausschließlich mit 20 verschiedenen iPad-Apps. Dabei kamen vor allem unterschiedliche Synthesizer zum Einsatz (mehr dazu HIER).

Jordan Rudess, Keyboarder der Band Dream Theater, experimentiert immer wieder mit verschiedenen Apps als Erweiterung der musikalischen Möglichkeiten der Band und um seinen ästhetischen Ansprüchen als Musiker gerecht zu werden. Daneben wirkte er bei der Entwicklung verschiedener Apps wie MorphWiz (Video) und SampleWiz mit.

Die Künstlerin Björk brachte ihr Album Biophilia (2011) als App heraus. Die App ermöglicht es dem Nutzer beim Hören mit dem musikalischen Material zu interagieren.

Schon früh wurden im universitären Kontext erste Mobile-Phone-Orchester gegründet. Vorreiter war 2007 das MoPhO der Stanford University und das Yamaha Mofiano Mobile Orchestra Tokio.

Das DigiEnsemble Berlin gehört zu den ersten professionellen Tablet-Bands und spielt regelmäßig auf Konzertbühnen. Einen Eindruck von der Performance liefert das Video.


Kulturprojekte

Gleichzeitig mit den Entwicklungen der Musikszene steigt seit einigen Jahren die Nachfrage nach Workshops und Projekten, in denen mit Apps Musik gemacht wird. Ein Beispiel dafür sind die preisgekrönten Berliner AG-Angebote app2music, bei denen Schüler_innen gemeinsam mit Musiker_innen in der Gruppe improvisieren, komponieren und musikalische Kompetenzen aufbauen.

Projekte wie diese zeigen das Potenzial von Musikapps für die künstlerisch-kreative Arbeit in der Kulturellen Bildung.

Matthias Krebs ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin. Der Diplom-Musik- und Medienpädagoge arbeitet an mehreren deutschen Musikhochschulen als Lehrbeauftragter und ist mit Fortbildungsangeboten und Workshops sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in der Kinder- und Jugendarbeit seit 2011 aktiv. Matthias Krebs leitet den Zertifikatskurses tAPP.

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