tAPPerklärt: iSPARK – Drumcomputer zum Klangforschen

Gregor Steinbrecher | 14. November 2016

In diesem Artikel möchte ich mit euch die Möglichkeiten des Drumcomputers iSpark (iOS) erkunden. Für alle, die „anders“ klingende Beats basteln möchten, habe ich nach Wegen gesucht, wie mit der App Drumsounds bearbeitet und durch Audioeffekte aufgewertet werden können. Dafür habe ich ein kleines Video aufgenommen. Wer die App noch nie gesehen hat, bekommt so auch einen schnellen Einstieg in die Bedienoberfläche.

 Dieser Beitrag ist Teil der Serie tAPPerklärt. Wir möchten euch mit unseren Beiträgen den Einstieg in die Landschaft der Musikapps erleichtern.

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Die Musikapp iSPARK von Arturia ist wunderbar übersichtlich gestaltet.

Einen individuellen Klang zu entwickeln ist in Zeiten von computergenerierter Musik vielen Musikschaffenden wichtig. Mit vorgefertigten Drumloops und dem Zugriff auf riesige Klangbibliotheken ist es heutzutage mitunter sehr leicht, die eigene Produktion auf Hochglanz zu polieren. Die Gefahr dabei: Am Ende klingen alle Ergebisse gleich! Ein Ausweg ist der kreative Einsatz von Effekten.

Effekte einfügen ist für jede Drumspur einzeln möglich

Im iSpark kann aus einer breiten Effekt-Palette ausgewählt werden – je 2 Effekte pro Drumstimme. Die Effekte werden in freie Slots geladen. Diese Slots öffnen sich, sobald der Effekt-Button einer Spur im Mixer gedrückt wird.

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Die 2 leeren Slots für das Einfügen der Effekte in der Kick-Spur. Via Select Effekt habt ihr Zugriff auf eine breite Palette: vom einfachen Compressor bis zu abgefahrenen Detune Effekten ist vieles möglich.

In der unteren Hälfte des Screen-Shots ist ein Mischpult zu erkennen. Neben den Einzelspuren für die Drumstimmen gibt es 2 extra Effektkanäle – die sogenannten Returns. Hier lassen sich zwei weitere Effekte einschleifen. Über die Aux-Drehgeber kann dann jede Drumstimme an diese Effekte gesendet werden. Einer der wichtigsten Audioeffekte für Drums ist meiner Ansicht nach der Hall (engl. Reverb). In den Einzelspuren habe ich diesen vergeblich gesucht. Reverbs finden sich nur in den Returns und im Masterkanal. Durch die parallele Nutzung eines Halls für mehrere Spuren spart sich der iSpark aber Rechenleistung. Vermutlich ist das auch der Grund für diese Einschränkung. Zur Auswahl stehen aber immerhin ein Standard- und ein Plate-Reverb.

Die meisten der hier vorgestellten Funktionen könnt ihr euch auch in Aktion in einem kurzen Video von mir ansehen.

(Für sachdienliche Hinweise zum entzerren der Fischaugenoptik der GoPro bin ich sehr dankbar 😉 Auch für alle anderen Hinweise: Nutzt gern die Kommentarfunktion!)

Sounds bearbeiten

Wer noch tiefer in die Klanggestaltung vordringen möchte, schaut sich den Bereich Studio an. Hier lassen sich für jede Stimme der Pitch, sowie die Cutoff- und Resonanzfrequenzen eines Filters bearbeiten. Außerdem gibt es eine Reihe an Parametern, die je nach Sound variieren. Darunter Manipulationen der Hüllkurve durch Attac und Decay. Aber auch speziellere, wie ein Bode Frequency Shifter (Freq Shif).

Teilweise sind die Parameter leider etwas kryptisch abgekürzt und auch in der Anleitung nicht beschrieben. Hinter dem Begriff K Noise vermute ich ein weißes Rauschen (K für konstantes Leistungsdichtespektrum) und bin Dankbar für eure Hinweise in den Kommentaren.

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Pitch, Attack und Decay sind Standardfunktionen beim Bearbeiten von Drumsounds. Der iSpark bietet einiges mehr.

Ein Schnellzugriff auf die meisten dieser Parameter findet sich auch in der Main-Ansicht. Der Studio-Bereich ist aber deutlich übersichtlicher. Wer einen Sound komplett austauschen möchte, drückt auf den Select-Button direkt unter der Aufnahmetaste.

Mein Fazit zur App iSPARK

Der iSPARK – Für mich einer der umfangreichsten Drumcomputer im handlichen App-Format. Klare Empfehlung für alle, die etwas tiefer in die Beatproduktion einsteigen möchten. Da ist auch der vergleichsweise hohe Preis von 19,99€ gerechtfertigt.

Gregor Steinbrecher ist Schlagzeuger und Dozent für digitale Musikproduktion mit Ableton Live. Als Drummer steht die Umsetzung elektronischer Musikproduktionen im Zentrum seiner Arbeit. Er hat Medientechnik und Schlagzeug studiert und den Popkurs an der Hochschule für Musik in Hamburg absolviert.

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