Eine Reise mit Kobold, Tablet und Tyrannosaurus in das Land der Bücher

michaeld | 2. Juli 2016

Ein Hörspielprojekt im Hortbereich

Der Weg zur Projektidee

Meine ursprüngliche Intention war, dass die Kinder ihre eigenen Geräte nutzten sollten. (Bottom – up Ansatz ^^)

Ich wollte, dass sie nicht den Wunsch entwickeln ein anderes oder neueres Gerät zu bekommen, sondern die Erfahrung machen mit ihrem eigenen vorhandenen Smartphone oder Tablet, dass sie überwiegend zum Spielen, zur Kommunikation und als Unterhaltungsgerät nutzen, kreativ schöpferisch arbeiten zu können.

Allerdings war sicher, dass die unterschiedlichen Betriebssysteme auf den Geräten keine Plattform für dieselben Apps bieten. Deswegen musste es ein Projekt werden, das ohne gleiche Apps auf jedem Gerät auskommt.

Meine These war, dass jedes Touch-Gerät in der Lage sein sollte eine Audioaufnahme zu machen, die Daten zu speichern und digital zu übertragen.

Aufgrund dieser Überlegung, beschloss ich ein Hörspiel zu machen. Die Kinder sollten mit ihren Geräten Geräusche und Soundeffekte produzieren und die Sprachaufnahmen und die Musik für den Hintergrund machen.So würde ich Sprachförderung, Medienkompetenz und Musik in einem Projekt verbinden können.

Da der Schwerpunkt auf der Audio- und Musikproduktion liegen sollte und nicht darauf eine eigene Handlung zu entwickeln, beschloss ich ein fertiges Skript für eine inszenierte Lesung zu verwenden, das mir der Hamburger Hörspielautor Marco Ansing ( www.marco-ansing.de ) freudlicherweise zur Verfügung stellte. Ich hatte mir mehrere Skripte mit unterschiedlichen Settings besorgt und hatte eigentlich vor, die Kinder selbst einen Plot auswählen zu lassen. Nachdem sich aber sehr kurzfristig ergab, dass die dreifache Menge Kinder an dem Projekt teilnehmen würde, und die erwarteten Viert- und Fünftklässler nicht teilnehmen würden, blieb mir nur noch ein Skript, das meinen Anforderungen (Anzahl der Rollen, altersgemäße Handlung, zeitlicher Rahmen) entsprach.

Schulkinder haben in der Gemeinde Drochtersen, dort wo mein Projekt stattfinden würde, die Gelegenheit in den Ferien den Hort in den Ortsteilen Assel und Drochtersen von 7:30 bis 17:30 Uhr zu besuchen.  In der Regel besuchen nur 1-3 Schulkinder in der Ferienzeit jede Einrichtung. Deswegen habe ich das Projekt nicht nur wie anfangs geplant für die Asseler Kinder, sondern auch für die Drochterserner Kinder angeboten, in der Hoffnung so auf 5-10 Teilnehmer zu kommen.

Beide Orte liegen im Herzen des sehr ländlich geprägten Kehdingen, ca. 20 km von der nächsten Stadt Stade entfernt.

Der Raum, der mir zur Verfügung stand, war ein ehemaliger Klassenraum in der Grundschule in Drochtersen, der nicht mehr für den Unterricht genutzt wird, weil er keine Fenster hat. Darum ist er als eine Art Spielzimmer für den Hort umfunktioniert worden. Ich würde vor Ort keinen Zugang zum Internet und WLAN haben, da die Schule befürchtete, die Kinder könnten sich mit ihren Geräten in die Computer der Lehrer hacken. Meiner Ansicht nach ist das nicht möglich.

Da Schulferien waren, würde ich also einen sehr ruhigen, dunklen Raum zur Verfügung haben, sowie das große gartenähnliche Außengelände der angrenzenden Kindertagesstätte Drochtersen, um mit den Hortkindern die die Ferienbetreuung in Anspruch nahmen aus der Einrichtung und aus der Hortgruppe des Vorortes Assel das Projekt durchzuführen.

Die Drehbücher mit Markierungen und ein Comic mit Illustrationen des Kobolds Mickey McMickey, der auch in dem Hörspiel "Im Land der Bücher" als Hauptprotagonist vorkommt.

Die Drehbücher mit Markierungen und ein Comic mit Illustrationen des Kobolds Mickey McMickey, der auch in dem Hörspiel „Im Land der Bücher“ als Hauptprotagonist vorkommt.

Der Elternbrief

Also ließ ich an die Eltern der Hortkinder folgendes Schreiben durch die Erzieher der beiden Einrichtungen verteilen in dem ich mein Vorhaben und meine Ziele beschrieb:

Drochtersen, den 8. Juni 2016

Ein Hörspielprojekt im Hort in der ersten Ferienwoche

Liebe Eltern der Hortgruppe in Drochtersen,

Vom 27. bis 30. Juni, möchten wir eine Themenwoche zur Förderung der Sprach- und Medienkompetenz für die Hortkinder anbieten.

Gemeinsam werden die Kinder ein Hörspiel aufnehmen, bei dem sie selbst die Sprache, die Geräusche und die Musik spielen werden.

 

Natürlich soll das Projekt bei gutem Wetter nicht in den Räumen stattfinden. Mit Mobilgeräten werden wir in Natur und Umwelt die passenden Geräusche suchen.

Für dieses Projekt haben wir verschiedene Skripte des bekannten Hamburger Hörspielautoren Marco Ansing bekommen (www.marco-ansing.de). 

 

Die Kinder lernen dabei, auf welch unterschiedliche Art und Weise sie ihre Smartphones oder Tablets einsetzen können um sich kreativ mit Musik und Sprache zu befassen. 

Wie klingt meine Stimme, wenn ich sie aufnehme? Wie fühlt es sich an, mich selbst zu hören? Wie verändert sich die Stimme wenn ich glücklich oder traurig bin und wie kann ich das spielen?

Das können die Kinder bei diesem Projekt herausfinden. Sie lernen genau hinzuhören und mit Geräuschen, Musik und Klängen zu gestalten.

 

Das Projekt findet an vier Tagen, von Montag, den 27. bis Donnerstag, den 30 Juni Vor- und Nachmittags statt. Die Kinder der Europagruppe, der Hort in Assel, werden ebenfalls an dem Projekt teilnehmen. Es wäre sehr schön, wenn die Kinder möglichst bei allen Einheiten dabei sein könnten.

 

Mit der Durchführung des Projektes erlange ich die Zertifizierung der Fortbildung „tapp-Musik“ der Bundesakademie Wolfenbüttel und Forschungsstelle Appmusik der Universität der Künste Berlin. Um die Aktion zu dokumentieren werden Video- und Blogbeiträge entstehen, die auf den Internetseiten der Forschungsstelle veröffentlicht werden. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, geben Sie bitte eine entsprechende Rückmeldung.

 

Die Teilnahme ist für ihr Kind kostenlos. 2-3 Wochen nach Ende des Projekts bekommen die Kinder das fertige Hörspiel auf CD.

Bitte teilen Sie Ihre Entscheidung, ob ihr Kind teilnehmen darf, bis Donnerstag, den 16. Juni mit.

 

Ich freue mich auf Ihre Antwort!  

 

Falls Sie Fragen zu dem Projekt haben, rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir eine Mail.

Viele Grüße und Dank

Michael Dunkelfels

(Komponist, Trainer für Musik, Stimme und Sprache, Erzieher)

 

Um mich besser vorbereiten zu können, fügte ich einen Rückmeldebogen hinzu:

 

Rückmeldebogen

Wenn Ihr Kind an dem Projekt teilnimmt, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir einige Informationen im Vorfeld mitteilen, damit ich weiß, welches Vorwissen die Kinder haben.

Kann mein Kind ein eigenes Smartphone oder Tablet mitbringen (die Teilnahme ist auch ohne möglich)? 

O Ja O Nein

Wenn ja, um welches Modell handelt es sich?

____________________________________

Nutzt mein Kind selbstständig Smartphones oder Tablets und ist mit den grundlegenden Funktionen vertraut.

O Ja O Nein

Ich bin damit einverstanden, dass mein Kind gefilmt wird, und das Material auf den Seiten der Forschungsstelle und der Universität veröffentlicht wird.

O Ja O Nein

In welcher Klasse ist mein Kind?

____________________________________

Vielen Dank für die Rückmeldung!

 

Hallo, seid ihr meine Zielgruppe?

Alle Teilnehmer des Hörspielprojektes "Im Land der Bücher". Hortkinder der ersten bis vierten Klasse.

Alle Teilnehmer des Hörspielprojektes „Im Land der Bücher“. Hortkinder der ersten bis vierten Klasse.

Während es in der Vorwoche noch so schien, als würde ich höchstens 5-6 Teilnehmer haben, schien es dann als hätten die Kinder  ihre Freunde zum mitmachen überredet, denn ich hatte dann 9 Anmeldungen.

Bei einem Telefongespräch am Freitag Abend erfuhr ich dann, dass sich weitere Teilnehmer angemeldet hätten und ich vermutlich bis zu 20 Kinder dabei haben würde. Vermutlich hatte ich nicht klar genug kommuniziert, dass es nach dem Abgabedatum schwer fallen würde, weitere Teilnehmer unterzubringen. Zumal es sich dabei überwiegend um verhältnismäßig junge Kinder handelte. Von den Viertklässlern aus Assel, die ich ursprünglich in meinen Planungen als meine Teilnehmer sah, konnte niemand teilnehmen, da sie entweder in den Urlaub gefahren waren oder nicht als einzige „große“ Asseler teilnehmen wollten.

So sah dann meine Teilnehmerliste aus, als ich am Wochenende  vor der Projektwoche meine Planung  stark modifizieren musste:

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Dabei plante ich mit den Geräten, die die Kinder angemeldet hatten. Am Montag war ich dann sehr überrascht, dass die Viertklässler ihre Geräte dann doch nicht dabei hatten.

Am Montag kamen dann 15 Teilnehmer von denen weniger als die Hälfte lesen konnte, 2 würden kein Deutsch verstehen. Statt der 7 Geräte, brachten sie 3 Tablets und ein Smartphone mit.

Planung

Ich würde also für sehr unterschiedliche Entwicklungsstadien ein Programm gestalten müssen. Das Hörspiel bot mir dazu entsprechende Freiheiten, denn die 3 Elemente, Sprache, Geräusche und Musik, bieten sehr umfangreiche Möglichkeiten Angebote zu gestalten.

Ich beschloss, die Kinder nach Klassenstufen aufzuteilen, um ihnen alters- und entwicklungsstandgemäße Aufgaben zuzuteilen.

Mickey McMickey im Land der Bücher – Die Handlung

In dem Skript, das ursprünglich von Marco Ansing für eine inszenierte Lesung in den Bücherhallen in Hamburg geschrieben wurde, geht es um den Kobold Mickey, dem in der Bibliothek ein Buchregal auf den Kopf fällt und der daraufhin das Bewusstsein erlebt. Als er erwacht, befindet er sich in einer fremden verrückten Welt, in dem die Bücher und ihre Protagonisten lebendig geworden sind. Er und der Zwerg Keko erleben dort viele Abenteuer und suchen gemeinsam auf den Meeren, Urwäldern und vielen düsteren Orten nach dem Kochbuch „Zehn pfiffige Rezepte bei Mondschein“.

Tag 1 – Der Geräuschetag

Inhalte und Ablauf:

Vormittags:

  • Begrüßung und kurze Vorstellungsrunde: Den eigenen Namen sprechen in ein Mikrofon mit Delay. Frage nach Lieblingshörspiel. Einteilung nach Klassenstufen.

Wie? – In einem Sitzkreis.

Warum? – Die Kinder kennen sich nicht untereinander. Durch das herumgegebene Mikrofon wird klar wer dran ist. Gerade für die Kleineren ist es spannend ins Mic zu sprechen. Mit dem Effekt ist es auch ein bisschen witzig. Ich konnte so schon erkennen, ob die Kinder Schüchternheit gegenüber dem Gerät zeigen.

  • Nacheinander Besprechung in den Kleingruppen, Vorerfahrungen abtasten, Gespräch über Geräusche. Aufgabenstellung: Sammelt in eurer Gruppe mit den Tablets Geräusche, um später die drei schönsten Vorzuführen.

Wie? – Je nach Altersgruppe, möglichst auf Augenhöhe mit den Kindern zusammensitzen.

Warum? – So konnte ich besser auf die Kinder, ihre Fragen und den Entwicklungsstand eingehen. Sie hatten Zeit Erfahrungen mit dem Gerät und der Suche zu machen.

 

Guck mal, was wir gefunden haben! Die Kinder sind begeistert von ihrem Ergebnis.

Guck mal, was wir gefunden haben! Die Kinder sind begeistert von ihrem Ergebnis.

  • Vorführen der Kleingruppenergebnisse in der Gesamtgruppe, andere Kinder erraten das Geräusch

Wie? – In einem Sitzkreis mit dem Verstärker angeschlossen.

Warum? – Damit die Kinder ein Erfolgserlebnis haben können, wenn sie ihre Lieblingssounds präsentieren.

Nachmittags:

  • Die Kinder bekommen alle Infos zum Hörspiel: Wer kommt darin vor, worum geht es? Wer hat es geschrieben? Sie lernen das Drehbuch kennen.

Wie? – In einem Sitzkreis. Das Comic von Mickey McMickey und das Drehbuch werden rumgegeben.

Warum? – Die Kinder sollen wissen, was die nächsten Tage passiert und wie wir gemeinsam arbeiten werden.

  • Die Kinder bekommen konkrete Aufträge, die Geräusche im Drehbuch zu sammeln.

Wie? – In Kleingruppen suchen wir die Geräusche im Drehbuch. Schwer zu vertonende Geräusche bekommen die Älteren, einfache die Jüngsten. Jede Gruppe etwa 4.

Mit imachine nehmen die 6jährigen ihre Geräusche, Trampeln und Tanzen, auf.

Mit imachine nehmen die 6-jährigen ihre Geräusche, Trampeln und Tanzen, auf.

Warum? – Sie wenden die gelernten Fähigkeiten vom Vormittag an und arbeiten damit für das Hörspiel.

  •  Vorführen der Kleingruppenergebnisse in der Gesamtgruppe, Perspektiven Tag 2.

Wie? – In der Gesamtgruppe im Sitzkreis.

Vorführen und raten mit imachine2

Die Kinder präsentieren die Ergebnisse des Nachmittags. Die Kinder erraten die Geräusche der anderen Gruppen.

Verwendete Apps am Tag 1:

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  • Kamera-App auf Amazon Fire und Samsung Galaxy tab 2, 2. Klasse (Das Galaxy bietet mehr Potential, ich wollte aber, dass die Gruppe intern mit den gleichen Parametern arbeitet)
  • Kamera-App auf Samsung ACE 2, 3. Klasse

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Die Zweitklässler auf der Suche nach Indianertrommeln. Sie haben darauf bestanden das Drehbuch mitzunehmen.

Die Zweitklässler auf der Suche nach Indianertrommeln. Sie haben darauf bestanden das Drehbuch mitzunehmen.

Tag 2 – Der erste Studiotag

Inhalte und Ablauf:

  •  Aufnahmen in einem üblichen Studiosetting mit den Kindern, einzeln oder zu zweit.

Wie? – Die Kinder saßen mit ihren Stühlen vor der Leinwand. Zwischen ihnen hindurch warf der Beamer das Bild an die Wand (im Video sieht man den Aufbau).

Warum? – Ich wollte, dass die Kinder sehen was ich am Computer mache und sie erleben können, wie ihre Sprache „auf“ dem Bildschirm landet. Auch wollte ich eine besondere Atmosphäre erzeugen, die ein fokussiertes Arbeiten begünstigt. Ich mag es selbst nicht, im Aufnahmeraum gelegentlich keinen Überblick zu haben, was im Regieraum passiert, welche Spur noch da ist, und wie lange etwas mitgeschnitten wird. Einige Kinder verstanden sofort, was es mit dem Schneiden und verschieben auf sich hatte. Einige wiesen mich überraschenderweise nach einiger Zeit sogar auf Fehler hin: „Michael, da blinkt noch das <M>!“

Equipment:

  • Logic 9 – auf Macmini
  • Roland Quad Capture Audio Interface 8 (Anfangs Presonus Autobox itwo, das Gerät erwies sich aber als nicht zuverlässig genug)
  • Videobeamer + Leinwand
  • 2 Shure SM 58 – Ich benutzte dynamische Mikrofone, da es viele Hintergrundgeräusche gab
  • 3x Roland Cube Street mit Batteriebetrieb (zum abhören, aber auch bei allen Aktivitäten der Kinder mit Apps, damit sie immer einen guten Sound hatten)
  • 2 Notenständer und Drehbücher mit allen Markierungen
  • Stative und Kabel

 

 

Studiosituation mit Beamer im Klassenraum

Die Sprachaufnahmen. Durch den Beamer haben die Kinder einen Überblick was mit ihren Worten passiert.

 Tag 3 – Der zweite Studiotag

Inhalte und Ablauf:

  • Mit den gleichen Methoden wie am Vortag arbeiten wir an den Sprachaufnahmen.

Tag 4 – Musik, Editieren von Geräuschen und Atmosphäre


Inhalte und Ablauf:

Vormittags:

  • Letzte Aufnahmen, wie am Vortag.
  • Gemeinsames Editieren und sichern der Geräusche von Tag 1.

Wie? – Die Geräte wurden über den Kopfhörerausgang mit dem Interface verbunden. Die Kinder sahen auf der Leinwand das Geräusch und wählten die zu verwendenden Regionen aus.

Warum? – Sie sollten möglichst viel der Produktion miterleben und selber genau hören und Entscheidungen treffen.

Die Geräusche, die die Kinder am ersten Tag aufgenommen haben editieren wir gemeinsam. Sie entscheiden selbst, welchen Bereich sie behalten möchten und was weg kann. Durch die Leinwand sehen die Kinder das Logic Fenster und können genaue Angaben machen.

Die Geräusche, die die Kinder am ersten Tag aufgenommen haben editieren wir gemeinsam. Sie entscheiden selbst, welchen Bereich sie behalten möchten und was weg kann. Durch die Leinwand sehen die Kinder das Logic Fenster und können genaue Angaben machen.

  • Arrangieren eines Themes mit sehr einfachen Mitteln.

Wie? – Mit der App Loopimal entwickeln die Kinder aus den ersten Klassen einfachste Arrangements.

Warum? – Die App ist sehr unterhaltsam und bringt Motivation durch schnelle Ergebnisse.

Loopimal bietet schnelle Ergebnisse und Erfolgserlebnisse. Kleinere Kinder können damit aus verschiedenen Loops in kurzer Zeit ein "Lied" zusammenbauen. Die App beintet keinen kreativen Freiraum, ist aber motivierend für erste Erfahrungen.

Loopimal bietet schnelle Ergebnisse und Erfolgserlebnisse. Kleinere Kinder können damit aus verschiedenen Loops in kurzer Zeit ein „Lied“ zusammenbauen. Die App beintet keinen kreativen Freiraum, ist aber motivierend für erste Erfahrungen.

  • Welche Geräusche sind immer da? Auswahl aus verschiedenen Atmosphären für das Hörspiel, Treffen einer Entscheidung für oder gegen einzelne Elemente.

Wie? – Die Kinder machen Hörerfahrungen indem sie lernen auf Geräusche zu achten, die sie stets umgeben. Mit der App Ambient Mixer wählen sie aus einer riesigen Menge von Umgebungsklängen. Die Kinder selektieren unpassende Geräusche.

Warum? – Um den Szenen ein angemessenes Setting zu verpassen. Den Kindern sollte bewusst werden, dass es immer etwas zu hören gibt und uns Klänge stets umgeben.

Die Kinder wählen mit Ambient Mixer aus verschiedenen Klängen und entscheiden welche Sounds zu der Umgebung passen. Wie oft soll jemand in der Bücher husten? Bleiben die Schritten auf dem Holzfußboden im Hintergrund? Was ist mit der tickenden Uhr? Passt die in eine moderne Bücherei?

Die Kinder wählen mit Ambient Mixer aus verschiedenen Klängen und entscheiden welche Sounds zu der Umgebung passen. Wie oft soll jemand in der Bücherei husten? Bleiben die Schritte auf dem Holzfußboden im Hintergrund? Was ist mit der tickenden Uhr? Passt die in eine moderne Bücherei?

  • Komponieren mit Ondes und Soundprism

Wie? – Die Kinder lernen Ondes und Soundprosm kennen und bedienen. Zuerst haben sie in der Gruppe Zeit dafür, dann kann sich jeder einzeln in Ruhe mit der App beschäftigen und Bescheid geben, wenn er etwas passendes entwickelt hat, mit dem er zufrieden ist. Das Audiointerface und die Kamera schnitten das gespielte gleich mit.

Warum? – Für einige Szenen sollte es Klänge im Hintergrund geben, die die Atmosphäre verdichten sollten. Die Kinder mit dem Gerät allein zu lassen (nachdem ich sicher sein konnte, dass es keine technischen Probleme geben würde) gab ihnen das nötige „Höhlenfeeling“, um sich ganz darauf zu konzentrieren und für sich selbst kreativ zu werden.

Verwendete Apps Tag 4:

  • Soundprism Pro

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  • Ondes

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  • Ambient Mixer

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  • Loopimal

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Kinder Schreien im Studio

Die letzte Aufnahme: Mit einem Schrei stürzt Mickey McMickey in den Abgrund. Hier: Der Schrei!

 Und dann…? – Das Feedback

Ich hatte noch einen fünften Tag als „Sicherheitstag“ geplant, falls die Sprachaufnahmen länger dauern würden. Da für einige Kinder das Kindergartenjahr mit dem 4. Tag, dem Donnerstag endete (bis Donnerstag war Juni, Freitag war der erste Julitag), war mir klar, dass nur wenige Kinder anwesend sein würden. Ich hatte nun den Luxus etwas mehr Zeit für die Nachbereitung aufwenden zu können. Ich nutzte den Tag um kritische Sprachaufnahmen zu editieren, aufzuräumen und abzubauen. Ich beschloss mit den am Projekt beteiligten Erwachsenen Nachgespräche zu führen, um herauszufinden, was mein Angebot bewirkt hat, und was ich in Zukunft verändern müsste.

Das Gespräch mit den Erzieherinnen der Hortgruppe

Zuerst sprach ich nacheinander mit Dana und Katrin, den Erzieherinnen der Hortgruppen aus Drochtersen und Assel darüber, wie das Projekt bei den Kindern ankam, und ob es eine Belastung oder Veränderung in den Gruppen gab.

Das Gespräch mit der Leitung der Kita

Die Leitung der Kindertagesstätte Drochtersen nahm sich viel Zeit für mich und beantwortete mir viele Fragen darüber, was ein gutes Projekt für ihre Einrichtung ausmacht, und wann die Einrichtung Angebote von Außen in Erwägung zieht.

Das Gespräch mit dem Autoren

Zuletzt beschloss ich noch den Autoren Marco Ansing, der mir das Skript (und einige weitere) zur Verfügung stellte, zu befragen. Ich wollte wissen, wie es zu der Geschichte um den Kobold kam, für welche Zielgruppe er das Stück konzipiert hatte, und wie es sich anfühlt, sein Werk aus der Hand zu geben.

Herausforderungen und Troubleshooting

  • Die Geräte haben nicht alle ein Aufnahmeprogramm.

Bei den Geräten habe ich die Kinder mit der Kamera ein Video machen lassen. Für die Kleineren war es spannend zu erfahren, dass das Geräusch nicht dem entspricht, was sie gefilmt haben. So haben sie nebenbei gelernt Optisches und Gehörtes zu trennen, und haben dann das Gerät nach dem Ort des Mikrofons und nicht nach dem Bild auf dem Display ausgerichtet.

  • Es sind mehr Kinder erschienen als geplant.

Ich habe die Kinder in Klassenstufen zusammen arbeiten lassen: In Klassen aufgeteilt und nicht nach Alter, da es eher ihrem Entwicklungsstand im Bezug auf Lesen entspricht. So hatte ich kleine Gruppen und habe sie nacheinander gebrieft. Dabei habe ich immer mit den Viertklässlern begonnen, da sie so am meisten Zeit hatten und anspruchsvollere Aufgaben übernehmen konnten als die Jüngeren. Rollen die auch mit mehreren Sprechern möglich waren, teilte ich auf (aus einem Forscher wurden mehrere etc.).

  • Wie kann ich die Audiodaten übertragen, obwohl das Gerät der Kinder weder Dropbox, Bluetooth, noch WLAN besitzt?

Ich habe das Gerät über den (erfreulicherweise vorhandenen) Kopfhöreranschluss mit einem Audiointerface verbunden und mit der DAW aufgenommen. Die Kinder haben dabei beim Schneiden mitgewirkt. So ist mein Angebot eher zufällig umfangreicher geworden. Sie hatten großen Spaß dabei.

  • Die Kinder sind erheblich jünger als erwartet. Viele von ihnen, auch die Älteren, können nicht altersgemäß lesen oder sprechen kein deutsch.

Ich habe den Kindern den Text mit passender Emotion vorgesprochen und die Kinder nachsprechen lassen. Viele waren nicht in der Lage die passende Betonung wiedergeben. Einige Kinder konnten sich nur Fragmente merken. Sätze wie z.B. „Vielen Dank, liebe Freunde, schön dass ihr hier gewesen seid!“ , haben wir so aufgenommen: „Vielen Dank!“, dann „liebe Freunde,“ und „schön, dass ihr hier ward!“. Dass bedeutet für mich, dass ich in der Postproduktion für die CD viel mehr editieren muss als erwartet.

  • Von einem Tablet wurden zu Hause die Audiodaten automatisch in die Cloud übertragen und vom Gerät gelöscht.

Das war sehr ärgerlich, weil wie das am Montag aufgenommene Geräusch nicht mehr verwenden konnten. Das Amazon Fire wurde von dem Kind sehr flüssig bedient und das Kind wusste sogar mit den meisten Einstellungen umzugehen. Bisher hatte es das Gerät nur zu Hause verwendet und immer WLAN-Verbindung gehabt. Das Tablet zeigte alle jemals aufgenommenen Videos an, obwohl sie sich nicht mehr in seinem Speicher befanden. Tippte man auf ein Video, sollte es aus der cloud geladen werden und man konnte es sich ansehen.  Dieser Vorgang war dem Kind nicht ganz klar. Somit „verschwand“ das Video, ohne dass das Kind etwas verändert hatte. Das verwirrte es sehr. Wir nahmen die Videos erneut auf, da es vermutlich länger gedauert hätte, in der Nähe eine Möglichkeit zu finden eine Internetverbindung herzustellen.

  • Die Kinder wurden innerhalb des Projektes früher abgeholt oder waren an einigen Tagen nicht da.

Es war nicht anders lösbar, als den Kindern die nur selten da sein würden, keine längeren Sprechrollen zu geben. Dazu gehörte auch ein Kind, dass schon sehr gut lesen konnte und in die vierte Klasse ging. Ein anderes Kind wurde sehr früh abgeholt und konnte deshalb gar nicht an den Sprachaufnahmen beteiligt werden. Ich wollte nicht, dass die Kinder, die gerade aufnahmen, für die nur selten anwesenden die laufende Session unterbrechen, um schnell noch selbst aufzunehmen.  Ich bin der Meinung, dass es dem Lern- und Erfahrungsprozess der Anwesenden nicht gutgetan hätte, den Vorgang zu unterbrechen.

  • Ich bin doch kein Junge!

Der Zwerg Keko Immerfuß wurde zur Zwergin Kita Immerstein (Den Namen dachte sich das Mädchen selbst aus).

  • Mein iPad Air stürzte regelmäßig ab und der Apple VGA Adapter funktionierte nicht mit Soundkarte. Presonus Audiobox itwo verlor ständig die Verbindung.

Eigentlich hatte ich vor mit dem iPad Air und der App Cubasis zu arbeiten. Ursprünglich wollte ich den VGA Adapter in das iPad zu stecken, daran das Audio Interface. Das funktionierte leider nicht. Also entschied ich auf den  Beamer zu verzichten, um dann nur die Audiokarte anzuschließen. Auch das funktionierte nicht zuverlässig. Abwechselnd verlor die Presonus Audiobox itwo die Verbindung oder die App stürzte ab. Deswegen brachte ich am 2. Tag meinen MACmini und das Roland Quadcore Interface mit. Damit konnte ich wie geplant arbeiten. Tatsächlich sogar besser, da Logic9 ein aufgeräumteres Bild auf der Leinwand bot als die App. Mit der Maus und Tastatur konnte ich es auch erheblich schneller bedienen. Da ich sowieso einen Beamer für das Bild eingeplant hatte, bereitete der Mac mini keinen zusätzlichen Transportaufwand durch einen Monitor. Nachdem ich die Adapter und das unzuverlässige Audiointerface ausgepackt hatte, hatte ich genausoviele Koffer wie zuvor. Ich vermute, dass etwas mit dem Lightninganschluss nicht stimmte oder das Interface defekt war.

  • Die Kinder haben nicht wie angegeben ihr Gerät dabei.

Das hat mich wirklich überrascht, denn die die Eltern hätten einfach auf dem Rückmeldebogen angeben können, dass die Kinder kein Gerät dabei haben würden. Die Teilnehmer, die eines dabei hatten, erlaubten den anderen Kindern aus der Gruppe ihr Handy oder Tablet mitzubenutzen. Glücklicherweise gab es keine Schäden an den Geräten.

Die Kinder arbeiten mit Soundprism und Ondes an den Hintergrundsounds. Sie sind selbst auf die Idee gekommen, sich mit Bildern in die passende Stimmung zu versetzen. im Laufe des Nachmittag malen sie für jedes Setting mehrere Bilder.

Die Kinder arbeiteten mit Soundprism und Ondes an den Hintergrundsounds. Sie sind selbst auf die Idee gekommen, sich mit Bildern in die passende Stimmung zu versetzen. Im Laufe des Nachmittag malten sie für jedes Setting mehrere Bilder.

Was darf ich nicht nochmal so machen?

  • So umfangreiche Hauptrollen im Skript verwenden.

In dem Skript gab es zwei Hauptrollen, die in fast jeder Szene vorkamen. Die Rollen wiesen in ihren Gesprächen miteinander auch auf das jeweilige Setting der jeweiligen Szene hin und waren oft im Dialog miteinander. Die beiden Kinder der vierten Klasse, die diese Rollen gesprochen haben, hatten einen sehr anstrengenden und zeitaufwendigen Job. Sie wurden sehr gefordert. Sie haben es durchgehalten und waren motiviert. In einigen Momenten waren sie aber kurz davor aufzugeben. Das hätte mich vor ein Problem gestellt.

  • Mich auf die Angaben in der Rückmeldung auf den Elternbrief verlassen.

Vielleicht wurde morgens vergessen, die Geräte mitzugeben oder einige waren nicht funktionsfähig. Die genauen Gründe habe ich nicht erfahren, da viele Kinder selbstständig den Hort verlassen. Da ich in dem Elternbrief geschrieben hatte, dass die Teilnehmer möglichst das gesamte Projekt über anwesend sein sollten, war ich davon ausgegangen, dass es auch von den Eltern berücksichtigt werden würde. Für das Projekt war das kein großes Problem. Es war nur schade für einige Kinder, die nur kurz hereinschauten, aber dann nicht wirklich mitmachen konnten.

  • Zusätzliche Teilnehmer so kurz vor Beginn des Projektes akzeptieren.

Sollte ich so ein Projekt wiederholen werde ich klarere Absprachen diesbezüglich treffen.

Ziele erreicht?

  • Sprachförderung?

Definitiv. Sogar die beiden sechsjährigen geflüchteten Kinder, die erst seit Februar hier sind, konnten bei den Sprachaufnahmen mitwirken. Alle haben die Aufnahmen geschafft,  viel gesprochen und auf Aussprache und Betonung geachtet.

  • Kreatives arbeiten mit dem Tablet?

Auf jeden Fall. Bei der Geräuschesuche und der Komposition der passenden Sounds.

  • Hinhören und Selbsterfahrung?

Ja. Bei dem Erfahren der Umgebungsgeräusche und dem richtigen Betonen der Sprache.

Fazit:

Es war eine tolle Erfahrung, zu erleben, wie die Kinder mit eigenen Ideen zu dem Projekt beitrugen. Als die Kinder z.B. für die unterschiedlichen Settings der Szenen mit Soundprism und Ondes komponierten, malte ein Mädchen zu jeder Szene ein Bild. Die anderen Kinder waren davon begeistert. Bald konnten sie zu jeder  Szene, die sie vertonen wollten, ein passendes Bild neben das tablet legen.

Auch gab es mit den Kindern tolle Gespräche darüber, wie etwas klingen würde. Sie machten tolle Vorschläge die umzusetzen waren und oft haben sie viele treffende Formulierungen gefunden, die mich begeisterten oder überraschten. Sie setzten sich alle intensiv mit dem Thema auseinander.

Ich werde auch in Zukunft die Kinder ihre eigenen Geräte mitbringen lassen. Ich werde nach weiteren Möglichkeiten suchen, die unterschiedlichen Handys und Tablets einzubinden, ohne mich auf deren Funktion zu verlassen.

Ich benötige noch ein paar Tage um das Hörspiel zu bearbeiten, um es zwei Wochen nach dem Projekt auf CD gebrannt den Kindern überreichen zu können. Ich gespannt auf ihr Feedback.

Ich freue mich darauf, wenn die touch – Geräte endlich zuverlässig miteinander funktionieren, und wenn es endlich langfristig zuverlässige Hardware für diese Geräte gibt.

Ich würde dieses Projekt gerne ausfeilen und es später in verschiedenen Einrichtungen in ähnlicher Form mit großer Themenauswahl anbieten.

Die Projektwoche hat mir viel Spaß gemacht.

Ich gab den Kindern so oft wie möglich die Option, zwischendurch mit den Geräten zu spielen und für sich selbst Musik zu machen.

Ich gab den Kindern so oft wie möglich die Option, zwischendurch mit den Geräten zu spielen und für sich selbst Musik zu machen.

 

Ich bin Michael Dunkelfels und biete Ihnen professionelle Komposition und Realisierung von Audiomaterial sowie Förderung von Musikalität, Stimme und Sprache bei Kindern und Jugendlichen. Mit der Drachenflug music GbR managen wir u.a. die Band Drachenflug und veranstalten Konzeptveranstaltung der Genres Steampunk und Fantasy (u.a. Aethercircus Steampunk Festival). Als Instrumentalist arbeite ich u.a. mit Gitarren und Nyckelharpa.


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