tAPPerklärt – DrumJam (iOS)

Frauke Hohberger | 30. April 2016

Die Musikapp DrumJam ermöglicht auf einfache und intuitive Weise das Entdecken eines großen Percussionspektrums.

Sie wurde vom Percussionisten Pete Lockett und Sonosaurus LLC (ThumbJam) entwickelt und ist für 6,99 € für iPhone, iPad und iPod touch im App Store erhältlich.

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DrumJam Screenshot

Gewürfelte Worldpercussion und groovige Soli

Der Screenshot zeigt einen übersichtlichen Aufbau.
Der obere Teil dient der Komposition.
Hier werden im mittleren Feld die Grooves erstellt. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  1. Über Antippen des Würfels rechts über dem Feld erscheinen im Komponierfeld per Zufallsgenerator unterschiedliche Instrumente.
  2. Die im rechten Feld neben dem Komponierfeld aufgeführten Instrumentensymbole können per drag and drop hinzugefügt werden.
  3. Links neben dem Komponierfeld wird eine Auflistung verschiedenster Worldpercussionstile angeboten. Durch Antippen erscheinen sie im Komponierfeld. Hierhin können auch eigene Grooves abgespeichert werden.

Alle Instrumente im Komponierfeld können bewegt und ausgetauscht werden.

Der untere Spielbereich dient dem Solospiel. Per Drag and Drop das gewünschte Instrument in den Solo-Pad-Bereich ziehen und los gehts.
Das sind soweit die Grundfunktionen.

Dieses schon ältere Video zeigt sehr übersichtlich die Bedienung.

 

DrumJam ist Ableton link und Audiobus kompatibel.
Bewertung:

Die Instrumentensounds klingen gut und sind meistens nah am Originalklang.
In meinen Workshops spielen Kinder und Jugendliche gerne mit der App. Sie empfinden sie als willkommene Abwechslung zu den in anderen Apps häufig angebotenen Elektrosounds oder zu geläufigen Drum Kit Klängen.
DrumJam bietet ihnen ein großes rhythmisches Experimentierfeld in der Welt der Persussion. Es grooved und es macht riesen Spaß ein Solo zu spielen!
Die Schüler bekommen einen neuen Zugang zu alten Instrumenten, die ihnen teilweise aus Schule oder sogar Kita noch bekannt sind, die aber sonst in ihrer Musik eher selten zu finden sind und die sie auch nicht in besonders grooviger Erinnerung haben. So lernen sie jetzt traditionelle Percussioninstrumente neu kennen und verarbeiten ihre in DrumJam komponierten Grooves in Songwritingprozessen oder Bandkompositionen mit Garageband oder Audiobus.
Oder sie mixen die traditionellen Worldsounds mit elektronischen Instrumenten, indem sie beispielsweise einen Loop recorden und dann mit Apps wie z.B. Morphwizz, ThumbJam oder Soundprism dazu spielen.

Leider ist es in DrumJam nicht möglich einen Rhythmus präzise auf – oder nachzubauen. Es gibt kein Raster, in dem über eine graphische Anschauung bereits ersichtlich wäre wo genau welcher Ton liegt.

In der obersten Leiste der App verbirgt sich unter Parts eine aufgereihte Übersicht der Instrumente. Jede Reihe enthält rechts eine Zahl. Da die zur Verfügungung stehenden Instrumente keine einzelnen Sounds, sondern immer bereits ein kleines Pattern beinhalten, muß man sich merken welches Pattern auf welcher Zahl liegt. Durch die mitlaufenden Zählzeiten können fortgeschrittenere Schüler das Pattern dann analysieren.

DrumJam

Grooven mit DrumJam Foto: Frauke Hohberger

In einem meiner nächsten Percussionkurse werde ich die App mal „umgekehrt“ nutzen und folgende Aufgabe stellen: Komponiert einen Groove in DrumJam, übertragt ihn auf „echte Instrumente“ und spielt ihn live 🙂

http://www.drumjamapp.com

 

Freie Musikpädagogin. Schwerpunkte: Rhythmus & Percussion, Songwriting für Kids, Musik mit Apps. Ensembleleitung, Dozentin, Autorin (u.a. Selfie mit Löwenzahn - entdecke die Natur mit Smartphone & Tablet, 2016 Haupt Verlag) Sie hat den ersten Durchlauf der tAPP-Fortbildung besucht und leitet seit dem verschiedene Appmusikgruppen und Projekte.

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