tAPPerklärt – AUXY (für iPad)

Jan Blum | 14. April 2016

Die Macher von Auxy geben ein großes Versprechen: Mit wenigen Handgriffen einen kompletten Song erstellen und instrumentieren. Musikmachen auf dem iPad ohne besondere technische Vorkenntnisse. Ich finde, die App Auxy bietet in jedem Fall ein gelungenes Konzept für den Einstieg in das Komponieren von elektronischer Musik.

Mit der Serie »tAPPerklärt« wollen wir in diesem Blog interessante Musikapps vorstellen und so einen Überblick über die Vielfalt bieten. Einige der Beiträge entstehen im Rahmen des Zertifikatskurses »tAPP – Musik mit Apps in der Kulturellen Bildung«.

Elektronische Musik nach dem Bandprinzip

Auxy wurde von Henrik Lenberg entwickelt mit der Idee, mehr Menschen zum Musikmachen mit ihren mobilen Endgeräten zu ermutigen: “In the mobile era, there will be an order of magnitude more people making music, as long as someone creates the right tools for them.” (Quelle)

Die Oberfläche von Auxy auf dem iPad. Jede Spalte entspricht einem Instrument

Die Oberfläche von Auxy auf dem iPad. Jede Spalte entspricht einem Instrument

Die Funktionsweise der App entspricht grob einer Bandinstrumentierung mit einer Drumspur, einer Bassspur und zwei “Leadspuren”, die sich beispielsweise mit Harmonien und Melodien belegen lassen. So könnt Ihr ein komplettes Bandsetting mit verschiedenen Instrumentenpattern erstellen, diese live aktivieren, muten und editieren.

Ich will euch hier einen kurzen Überblick über die Bedienung von Auxy geben:

Die Oberfläche von Auxy ist übersichtlich gestaltet. Sie besteht aus 4 Spalten für die verschiedenen Instrumente (Drums, Bass, Lead 1, Lead 2). Pro Instrument könnt Ihr 10 verschiedene Patterns erstellen. Jedes Instrument hält verschiedene Sounds bereit, so könnt Ihr zwischen 5 verschiedenen Drumkits, 9 verschiedenen Bass Sounds und 17 verschiedenen Lead Sounds wählen, wobei die Auswahlmöglichkeiten von Lead 1 und Lead 2 identisch sind.

So sieht der Bearbeitungsmodus einer Instrumentenspur in Auxy aus.

So sieht der Bearbeitungsmodus einer Instrumentenspur in Auxy aus.

Die einzelnen Patterns für jedes Instrument werden in Spuren unter einander abgelegt, von denen ihr jeweils nur eine aktivieren könnt. Sobald Ihr eine Spur bearbeiten wollt, wird diese im Loop abgespielt und es öffnet sich ein Feld, indem Ihr nun live Euer Pattern anlegen könnt. Die Vertikale entspricht dabei der Tonhöhe bzw. den verschiedenen Drumsounds.

Der Tonumfang der Bass- und Melodiespur umfasst drei Oktaven. Unter ‘Song Settings’ könnt Ihr die Tonart Eures Stücks wählen und zwischen Major und Minor wählen. Durch die tonale Beschränkung könnt Ihr Euch praktisch nicht “verspielen”, selbst wenn Ihr wild drauf los improvisiert. Ihr könnt aber auch chromatische Tonleitern einstellen (Off).

So, genug geredet! Einen gelungenen Überblick über das Prinzip der App zeigt dieses Video:

 

Mein Fazit zu Auxy

Auxy bietet die Möglichkeit, schnell und intuitiv zu einem kompositorischen Ergebnis zu kommen. Die Oberfläche ist sehr übersichtlich gestaltet und viele Parameter wie Lautstärke, Klangfarbe, Tonart können sehr einfach live bedient und verändert werden. Diese App eignet sich zudem gut für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, da sie in kurzer Zeit zu musikalischen Erfolgserlebnissen kommen können. Des Weiteren lässt sich an Auxy sehr leicht veranschaulichen, wie ein Songarrangement aufgebaut sein kann.

Ihr könnt Auxy für’s iPad und iPhone kostenlos im App-Store herunterlanden. Für’s iPhone gibt es außerdem eine kostenpflichtige Version ($ 2.99) die auch die Funktion Ableton Link unterstützt. Damit könnt ihr mehrere Geräte live mit einander synchronisieren.

Den klanglichen Umfang der einzelnen Instrumente finde ich zum Teil leider recht begrenzt. So hält Auxy nur fünf Drumkits bereit. Es gibt aber die Möglichkeit, weitere Sounds, bspw. über andere Klangerzeuger, per Midi anzusteuern. Ich finde diese Funktion aber nicht so einfach dargestellt. Auch die Effektpalette ist relativ eingeschränkt und nicht sehr übersichtlich.

Als Einstiegs-App zum Musimachen eignet sich Auxy sehr gut, da Ihr Euch die Grundfunktionen einfach selbst erschließen könnt. Im Rahmen des schulischen Musikunterrichts kann Auxy auch zur Anwendung musiktheoretischer Kenntnisse wie beispielsweise Rhythmus- und Formenlehre zum Einsatz kommen.

 

http://auxy.co/

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Jan Blum

GTA Grafikdesign | B.A. Linguistik, Kunst & Musik | M.A. Deutsch als Fremdsprache
Gitarre, Bass, Percussion, Gesang | Kunst- & Medienpädagogik


3 Antworten zu “tAPPerklärt – AUXY (für iPad)”

  1. […] – ein Synthesizer mit spielerischer Oberfläche für Kinder, Auxy – ein einfach zu bedienener Loop-Sequenzer Playground – eine spielerische Live-App für […]

  2. […] Alternative für DM1 nutzte ein Junge die App Auxy, mit der er ähnlich wie bei DM1 eine 16tel Raster Stepsequenzeroberfläche bedienen konnte. Neben […]

  3. […] Jans Lieblingapps zählen Auxy, ThumbJam, Borderlands und SoundPrism, jüngst begeistert ihn die App […]

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