12 innovative Bildungsprojekte mit Musikapps präsentiert auf der MMM2017

Matthias Krebs | 27. Juni 2017

In diesem Beitrag soll eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Bildungsprojekten mit Musikapps für verschiedene Zielgruppen vorgestellt werden. Sie wurden initiiert von Lehrkräften an Schulen, Musikschulen und im freien Beruf, von Sozialpädagog_innen sowie weiteren Multiplikator_innen, die mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Menschen mit Behinderungen und Senior_innen arbeiten. Somit sind nicht allein Schulen Orte von solchen Musikprojekte, auch in Musikschulen, Bibliotheken, Museen finden musikalisch-gestalterische Bildungsangebote mit Apps statt.

In diesem Beitrag habe ich Projekte, die auf der internationalen Fachtagung MOBILE MUSIC IN THE MAKING 2017 vorgestellt wurden, in einer Übersicht zusammengestellt. Sie sind über ganz Deutschland und darüber hinaus verteilt. Wie anhand der Session-Beschreibungen der Referent_innen deutlich wird, stehen dabei die unterschiedliche Kontexte, Bildungsideen, Zielgruppen, unterschiedlichen methodischen Ansätze und weniger die Apps im Vordergrund. Dies werte ich als einen wichtigen Punkt in einer Konzeption, die die Teilnehmenden mit ihren künstlerischen Werthaltungen ernstnimmt.

innovative Bildungsprojekte mit Apps

Im Folgenden soll eine Zusammenschau der Session-Beschreibungen der Fachtagung eine Übersicht über die große Bandbreite an Bildungsprojekten mit Musikapps bieten. Viele der Akteure sind auch Mitglieder unseres Netzwerk tAPP.

  • APPgemixt! – Frauke Hohberger (Hannover)
  • KREATIV KLANGSAFARI – Pirkka Karppinen und Terhi Romu (Hamburg)
  • Dadamachine – Tom Simonetti (Augsburg)
  • Musizieren mit Apps in der Musikschule – Franz-Michael Deimling (Schleswig-Holstein)
  • app2music – Julian Quack und Mika (Berlin)
  • Musikapps in der Kita – Anja Fischer (Leipzig)
  • Mit Musikapps das Angebot von Musikbibliotheken beleben – Susanne Hein (Berlin)
  • Sprachförderung mit Musikapps – Christian Liebisch (Berlin)
  • Book of Arts – Almut Voigt (Leipzig)
  • Digital Urban Symphony – Joachim Junker (Kaiserslautern)
  • Heart n Soul – Ashley Elsdon (London)
  • iBand-Saar – Patrick Schäfer (Homburg)

 

APPgemixt! – Musik mit Apps in der kulturellen Bildung

Frauke Hohberger (Hannover)

Musik mit Apps funktioniert intuitiv und fördert kreative Prozesse in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Was ist dran am „Wundermittel“ Tablet? Wie steht es um die Motivation, Selbstständigkeit und Kreativität der beteiligten Kinder und Jugendlichen? Was kann zur Unterstützung der Bildungsprozesse beitragen werden? Welche Unterschiede sind zwischen Schul- und Ferienangeboten zu beobachten?

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In ihrer Session ließ Frauke Hohberger ihre Appmusik-Projekte Revue passieren. Dazu stellte sie ihre Arbeitsweise vor und tauschte sich mit Interessierten in einem Reflexionsgespräch zu den unterschiedlichen Perspektiven aus.

Frauke Hohberger ist freie Musikpädagogin und Autorin. Sie  arbeitet mit Apps in der Musikvermittlung, in Projekten Kultureller Bildung mit Musik sowie in sozialpädagogischen Zusammenhängen im Raum Niedersachsen. Sie hat den ersten Durchgang des Zertifikatskurs tAPP (2015) besucht und leitet seitdem verschiedene Appmusik-Projekte für Kinder und Erwachsene.

KREATIV KLANGSAFARI – den besonderen Klang der Elbphilharmonie erkunden

Pirkka Karppinen und Terhi Romu (Hamburg)

Auf einer Klangsafari durch die Elbphilharmonie: In diesem Workshop für Schulklassen beginnen die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Kopfhörern und einem iPad in kleinen Gruppen eine Expedition. Alles was sie akustisch interessant finden, wird mit einer einfachen App aufgenommen. Später wird mit dem Klangmaterial experimentiert. Die Schüler_innen produzieren ihre eigene experimentelle musikalische Miniatur aus den gesammelten Tönen und lernen dabei elektronische Kompositionstechniken kennen. Das Konzept für dieses appmusikalische Angebot wurde mit Unterstützung der Forschungsstelle Appmusik entwickelt.

mmm2017_appmusik_elbphilharmonie_klangsafarie

Pirkka Karppinen und Terhi Romu haben bereits seit Eröffnung schon über 50 Schulklassen durch die Elbphilharmonie mit diesem Bildungsangebot begleitet. In ihrer Session haben sie gemeinsamen mit den Tagungsteilnehmer_innen ihre Erfahrungen geteilt und reflektiert.

Pirkka Karppinen ist ein in Finnland geborener Musiker und Pädagoge, der seit 2005 in Hamburg lebt und dort derzeit in der Elbphilharmonie als Pädagoge in der Abteilung “Instrumentenwelt” tätig ist. Davor war er an vielfältigen Projekten beteiligt, hat Unterricht in verschiedenen Instrumentalfächern gegeben und als Trompetenspieler zahlreiche Länder bereist.

Terhi Romu arbeitet derzeit als Musikpädagogin in der Elbphilharmonie in Hamburg. Während ihres Musikpädagogik-Studiums an der Sibelius-Akademie in Helsinki hat sie sich mit einer Vielzahl von Musikinstrumenten vertraut gemacht. Terhi arbeitete als Instrumentenpädagogin, führte Bildungsprojekte durch und hat eine Online-Plattform für Music Drive-In für Musiklehrer in Finnland entwickelt und gestartet.

Mit einer Dadamachine die Welt zum Schwingen bringen

Tom Simonetti (Augsburg)

Die Dadamachine ist eine Musikmaschine die MIDI versteht. Sie macht mittels mechanischen Aktoren jedes physikalische Objekt zum Klangkörper. Damit wird unsere Umwelt musikalisch erlebbar und erfahrbar.

Dadamachine Box

Tom Simonetti hat die Dada-Machine im Projekt „Happy Birthday Steve Reich“ im Zusammenhang mit zahlreichen iPads und Apps in einem Schulprojekt eingesetzt und berichtete über die pädagogischen Perspektiven und stellte Möglichkeiten vor, wie eine DaDa-Machine in kulturellen Bildungsprojekten eingesetzt werden kann.

Tom Simonetti ist “electronic live drummer”. Früher experimentierte er mit 8bit Sampler und Tracker Software, heute entlockt er iPads und unzähligen Modulen spannende Rhythmen. Seit Jahren ist er als Drummer mit verschiedenen Bands unterwegs, ist aber auch an Theatern und bei diversen interdisziplinären Bildungsprojekten tätig. Tom Simonetti hat am dritten Durchgang des Zertifikatskurses tAPP teilgenommen.

Musizieren mit Apps in der Musikschule

Franz-Michael Deimling (Schleswig-Holstein)

Mobile Digitaltechnologien als Musikinstrument könnten einen neuen niederschwelligen Zugang zum eigenen Musizieren für Jugendliche ermöglichen. Die Musikschulen in Schleswig-Holstein wollen für die kommenden Jahre mit der „Digitalen Musikschule“ einen Schwerpunkt in ihrer Arbeit setzen. Auf Grund der vielen Unterrichtsstätten wird auch die Bedeutung der Vernetzung zwischen den Akteuren immer größer.

In seiner Session ging es Franz-Michael Deimling um die Auslotung von Möglichkeiten der Implementierung von mobilen Digitaltechnologien als Musikinstrument in die Musikschule.

Franz-Michael Deimling leitet seit fast 30 Jahren die Kreismusikschule Plön, ist Mitglied des Vorstandes des Landesverbandes der Musikschulen in Schleswig-Holstein und Social-Media-Beauftragter des Verbandes deutscher Musikschulen. Er entwickelte das Unterrichtsmodell des Instrumentenkarussells, das mittlerweile an den meisten Musikschulen im Einsatz ist und ist Verfasser verschiedenster Unterrichtswerke.

Das app2music-Programm: Appmusik an Berliner Schulen

app2music e.V. – Julian Quack und Mika (Berlin)

Musikmachen, Apps, kollaboratives Lernen und Kulturelle Bildung sind die vier Stichworte der Arbeit des Vereins app2music e.V. Ein Ziel von app2music ist es unter anderem, Schulkultur zu verändern. In diesem Sinne thematisieren die Projekte Fragen und künstlerische Experimente zur fortschreitenden Digitalisierung.

In ihrer Session behandelten Julian Quack und Mika – Mitglieder des Vereins app2music e.V. – neben der inhaltlichen und konzeptionellen Arbeit auch organisatorische Aspekte, z.B. wie sich ein selbstorganisiertes Team von Musiker_innen aus unterschiedlichen Genres ohne klassische hierarchische Strukturen organisiert und welche Kommunikationsmittel dies unterstützen. Am Schluss gaben sie einen Ausblick auf die aktuelle Projektphase „ueberSCHALL“ (2017). Ausgangspunkt ist dabei die Frage: Woher kommt der Wunsch oder gar die Notwendigkeit sich mit Hilfe von extremer Musik Gehör zu verschaffen und welche Rolle spielt dabei die Identifikation mit einer Gruppierung oder Szene?

Julian Quack ist Gitarrist und spielte schon auf zahlreichen Konzerten mit diversen Band- und Studioprojekten. Er ist als Gitarrenlehrer und seit Anfang 2015 auch bei app2music tätig. Im Rahmen dessen leitet er eine Appmusik-AG an einer Kreuzberger Grundschule und ist Projektverantwortlicher der Projektphase “ueberSCHALL”.

Mika hat Philosophie studiert und widmet sich seit einigen Jahren dem Schlagzeug und seinem eigenen Projekt Elephnk, mit dem er eigene Musik produziert. Außerdem baut und programmiert er eigene Hardware Controler und Plugins und spielt in der Band Kris Kraus. Er war Teilnehmer beim ersten Durchgang des Zertifikatskurses tAPP (2015/2016) und ist regelmäßig bei app2music dabei.

Musikapps in der Kita – Musizieren mit Apps im Kooperationsprojekt mit der Kammerakademie Potsdam

Anja Fischer (Leipzig) und Isabel Stegner von der KAP (Potsdam)

Anja Fischer und die Geigerin Isabel Stegner, Orchestermusikerin, gestalteten im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Kammerakademie Potsdam (KAP) und der Forschungsstelle Appmusik (FAM) ein wöchentliches Angebot für Kinder des Montessori Kinderhauses Potsdam. Dabei erarbeiteten die Anleiterinnen begleitet von Matthias Krebs und Marc Godau verschiedene Methoden und Angebote: Von der Liedbegleitung durch Apps, dem Zusammenspiel von iPad und klassischem Instrument bis zur Improvisation von Klanggeschichten.

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In ihrer Session zeigten sie, wie es methodisch gelungen ist die künstlerische und musikalische Arbeit mit Apps sinnvoll in Vermittlungsprojekte zu integrieren.

Anja Fischer ist Musikpädagogin und Musikvermittlerin in sozialer Arbeit (B.A.) sowie Studentin der außerschulischen Kunstpädagogik in Leipzig. In Projektwochen in Schulen und Kindergärten, Musikvermittlungsprojekten in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Appmusik und der Kammerakademie Potsdam und in selbstständig konzipierten Projekten wie z.B. „Das Wörterbuch der Künste“ ist sie seit 2014 als Musik- und Kunstpädagogin aktiv. 2016 durchlief sie den zweiten Durchgang des Zertifikatskurses tAPP.

Mit Musikapps das Angebot von Musikbibliotheken beleben

Susanne Hein (Berlin)

Damit die Bibliotheken als Vermittler im Umgang mit digitalen Medien wirken können, ermöglichte der Berliner Senat den Berliner bezirklichen Bibliotheken und der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) die Anschaffung von zeitgemäßer Hardware. So werden die aus diesen Sondermitteln beschafften iPad-Koffer z.B. für Bibliotheksführungen genutzt. Doch lassen sich mit den Geräten auch partizipative künstlerische Angebote schaffen.

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In ihrer Session stellte Susanne Hein ein neues Format vor, das durch die Forschungsstelle Appmusik konzipiert und im Mai/Juni 2017 durchgeführt wurde. Es enthält kurze Workshops, in denen Bibliotheksbesucher_innen ausgewählte Musikapps kennenlernen, die ins Verhältnis zum Noten- und Medienbestand der ZLB gesetzt werden. In der Pilotphase wurden daraus zwei Angebote ausgewählt: MUSIKPRODUKTION UND MUSIZIEREN MIT APPS und NOTEN BESSER NUTZEN MIT MUSIK-APPS.

Susanne Hein ist Leiterin der Musikbibliothek der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Sie engagiert sich in vieler Hinsicht für musikbibliothekarische Netzwerk- und Gremienarbeit: Von 2003-2009 war sie Präsidentin der deutschen Ländergruppe der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken. Seit 1999 vertritt sie die Berliner Musikbibliotheken im Landesmusikrat Berlin.

Sprachförderung mit Musikapps

Christian Liebisch (Berlin)

Das Erlernen von Sprache braucht Erfolgserlebnisse, einfache Übungen, die Spaß bereiten und Bewegung zur Sprache. All das lässt sich mit Musikapps und dem Einsatz von Tablet-Computern unkompliziert umsetzen. Die Kinder in den Flüchtlingsunterkünften sind durch immer wieder neue Überraschungen und kleine Erfolge, die sie damit erzielen, hoch motiviert und erlernen die neue Sprache im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch. In seiner Session bot Christian Liebisch einen Einblick in seine pädagogische Arbeit mit Musikapps.

Christian Liebisch entwickelte das Lern-Erlebnis-Programm “Der Kleine Stern” zur ganzheitlichen, künstlerischen Sprachförderung und gründete die Edusation GmbH. Seitdem bringt er mit seinem Team und im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vorschulische Sprachförderung in Flüchtlingsunterkünfte Berlins. 2016 hat er die zweite Runde des Zertifikatskurs tAPP absolviert.

Book of Arts

Almut Voigt (Leipzig)

„Das Wörterbuch der Künste“ wurde als pädagogisches Projekt für und mit Kindern mit Fluchthintergrund 2016 in Mittelsachsen durchgeführt. Ziel des Projektes war die künstlerische und musikalische Erforschung von Alltagswörtern und die Präsentation der Projektergebnisse im Rahmen einer interdisziplinären Ausstellung.

Wörterbuch_Musik aus Schritten mit Apps

Mit der App „Borderlands Granular“ haben wir unsere Schritte aufgenommen und verfremdet. / Fotos: Almut Voigt

In ihrer Session diskutierte Almut Voigt die Planung und Durchführung dieses Projektes unter Einbezug von digitalen Technologien: Wie können Apps den künstlerischen Prozess von Kindern anregen und fördern? Inwiefern ermöglichen Apps einen neuen Zugang zu Sprache? Wie bringe ich Technologien sinnvoll mit Methoden und Inhalten zusammen, um Raum für Vielfalt und eigene Ideen der Teilnehmer_innen zu schaffen?

Almut Voigt ist Cellistin und in diversen Ensembles tätig, z.B. Musica Viva Leipzig oder bei Musikprojekten mit Computermusiker_innen wie „wide awake“. Sie studierte „Musikpädagogik und Musikvermittlung in Sozialer Arbeit“ an der Hoffbauer Berufsakadmie Potsdam. Währenddessen war sie als Musikpädagogin bei der Musikschule „Bertheau&Morgenstern“ in Potsdam mit dem Schwerpunkt elementare Musikpädagogik tätig. Freiberuflich ist sie seit 2015 mit Musik- und Kunstprojekten mit Kindern und Jugendlichen unterwegs. Sie ist Absolventin des Zertifikatskurses tAPP (2. Durchgang, 2016).

Digital Urban Symphony

Joachim Junker (Kaiserslautern)

Nach dem Vorbild des Projekts „My City, My Sounds“ erarbeiteten Schüler_innen des Hohenstaufen-Gymnasiums Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit dem dort ansässigen DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) ein Soundscape-Projekt zu ihrer Heimatstadt. Sie sammelten Klänge, bearbeiteten diese und präsentierten ihr Ergebnis bei der Langen Nacht der Kultur 2016. Es wurde unter anderem mit Audacity, Ableton Live und der App TouchOSC gearbeitet.

Joachim Junker arbeitet derzeit als Lehrer für Musik und Deutsch am Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern und ist als Präsident des BMU-Landesverbandes Rheinland-Pfalz tätig. Im Rahmen mehrerer Kreativprojekte mit Schüler_innen experimentiert er immer wieder mit dem Einsatz von mobilen Endgeräten im Musikunterricht.

Musikmachen ohne Grenzen – Heart n Soul

Ashley Elsdon (London)

Heart n Soul ist ein gemeinnütziges Projekt in Großbritannien, das Künstler_innen mit Lernbehinderungen unterstützt. Um die zahlreichen Barrieren, denen diese Künstler_innen bei ihrer kreativen Entfaltung begegnen, zu beseitigen, stellt Heart n Soul ihre individuellen Nutzungszugänge selbst in den Projektmittelpunkt.

Das Projekt lässt sie die Freude erfahren, die das Erreichen eigener künstlerischer Ziele mit sich bringt und begleitet sie auf der Reise, ihre eigene Musik zu machen. In seiner Session gab Ashley Elsdon einen Überblick, wie die Herangehensweise und der Ethos von Heart n Soul Menschen mit Lernbehinderung durch den kreativen Umgang mit Technologien und durch kollaborative Prozesse befähigt und stärkt. Beispiele von Künstlern, die ihre eigene Musik produzieren, veröffentlichen und live präsentieren, gaben nähere Einblicke in das Thema.

Ashley Elsdon ist Technologe, Analyst und Unternehmensberater mit einem reichen Erfahrungsschatz u.a. in den Bereichen Kunst, Gesundheitssystem und Musiktechnologien. Seit über 10 Jahre – schon vor den Zeiten von iPhone und iPad – betreibt er den Blog „PalmSounds“ zum Thema mobile music. Er ist Berater und Entwickler des Heart n Soul-Projektes SoundLab, in dem er mit Appentwicklern und der Musiktechnologie-Branche zusammen arbeitet und hierbei Unternehmen wie Korg, Ableton und Moog ins Boot holte.

iBand-Saar – ein inklusives Appmusik-Projekt im Saarland

Patrick Schäfer (Homburg, Saarland)

In seiner Session präsentierte Patrick Schäfer die Entwicklungsstufen der iBand-Saar, einer Band bestehend aus jungen Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf iPads musizieren.

Den Tagungsteilnehmer_innen wurde ein Einblick in die appmusikalische Vermittlungspraxis mit schwerstbehinderten Schüler_innen gegeben. Es wurde gezeigt, wie methodisch mit ausgewählten Musikapps, einem Farbnotenkonzept sowie mit eigens entwickelten “Lemur-Spieloberflächen” Barrieren in der Band überwunden werden.

Patrick Schäfer ist Musiker, Lehrer in Saarbrücken, Gründer und Bandleader der Formation „iBand-Saar“. Er gründete das „Appmusik-Studio 1“ an der Förderschule am Webersberg in Homburg, wo neben den Bandproben der iBand-Saar auch Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Barrierefrei musizieren mit Apps“ stattfinden. Er hat beim ersten Durchgang des Zertifikatskurses tAPP (2015/2016) teilgenommen.

 

Mehr zur internationalen Fachtagung MOBILE MUSIC IN THE MAKING 2017

Die internationale Fachtagung »Mobile Music in the Making 2017« (#MMM2017berlin) fand am 10. bis 11. März 2017 an der Universität der Künste Berlin erstmalig statt. Veranstalter war die Forschungsstelle Appmusik (Institut für digitale Musiktechnologien in Forschung und Praxis), angesiedelt am UdK Berlin Career College. Realisiert wurde die Veranstaltung mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Verbundprojektes TOUCH:MUSIC der Universität der Künste Berlin mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, in dem auch der „Zertifikatskurs tAPP – Musik mit Apps in der Kulturellen Bildung“ entwickelt und erprobt wurde.

Grundsätzlich ging es uns bei der Tagung um den Versuch, die Diversität Kultureller Bildung sichtbar zu machen. So besteht die Praxis der Kulturellen Bildung im engeren Sinne darin, dass Musiker_innen unterschiedlichen Genres Projekte für verschiedene Zielgruppen konzipieren und durchführen.

In der Konzeption der internationalen Fachtagung »Mobile Music in the Making 2017« war es uns deshalb wichtig, viele unterschiedliche Erfahrungen und Methoden vorzustellen und unterschiedliche Akteure zusammenzubringen, sowohl aus dem Bereich der künstlerischen als auch der pädagogischen Praxis und darüber hinaus vieler angrenzender Fachbereiche.

Mit dieser Veranstaltung wurde eine Austauschplattform geschaffen, die Akteur_innen verschiedener Kontexte (Musiker_innen, Musikpädagog_innen, Wissenschaftler_innen, Musikapp-Entwickler_innen und Vertreter_innen aus Verbänden und Kulturinstitutionen) zusammenbringt und auf der sich jene über Perspektiven musikalisch-kultureller Bildung und Kunst mit mobilen Technologien austauschen. Ziel war es damit eine intensive, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema musikalischer Bildung und Apps sowie Kontexten musikalischer Praxis mit Apps zu ermöglichen.

Mehr zur #MMM2017berlin: Webseite der Fachtagung

 

Kontakt und Austausch

Diese Sammlung an musikalischen Bildungsangeboten mit Apps ist einer erste Auswahl. Sicher existieren noch weitere Projekte, auf die wir hier gern verweisen wollen. Vielleicht gibt es auch Interessent_innen, die selbst solche Projekte iniitiieren wollen… Melden Sie sich gern bei uns oder einem der Akteure.

PS: Vielen Dank an Fiona Eggert und Nadin Schmolke für die Mitarbeit an diesem Blogartikel. 🙂

Matthias Krebs ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin. Der Diplom-Musik- und Medienpädagoge arbeitet an mehreren deutschen Musikhochschulen als Lehrbeauftragter und ist mit Fortbildungsangeboten und Workshops sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in der Kinder- und Jugendarbeit seit 2011 aktiv. Matthias Krebs leitet den Zertifikatskurses tAPP.

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